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Zungenbein beim Pferd

 

 

Das Zungenbein, meist nicht beachtet. Aber dennoch ein Knochen von großer Bedeutung.

 

Es ist ein wichtiger, sehr filigraner Knochen welcher an beiden Kiefergelenken befestigt ist und sehr viele wichtige Funktionen hat.

 

 

 

Am Zungenbein sind zwei sehr wichtige Musklen direkt befestigt.

 

Als erstes schauen wir uns den Zungenmuskel an.

Die Zunge hat die Aufgabe Futter zu sortieren und zu organisieren. Sie ist ständig von links nach rechts und oben und unten im Pferdemaul in Bewegung. Somit ist auch immer das Zungenbein in Bewegung.

Eine direkte Verbindung mit dem Burstbein /Sternum besteht über einen zweigliedrigen Musklestrang der Halsmuskulatur.

Liegt das Zungenbein und Sternum frei in der Mitte, ist es dem Pferd möglich seine Vorhand aufzurichten und seine Schultern und Vordergliedmaßen frei und schwungvoll zu bewegen.

 

Aufgrund dieser knöchernen und muskulären Aufhängung

 

ist das Zungenbein neben dem Innenohr das wichtigste Gleichgewichtsinstrument.

Kraftvolle, raumgreifende und ausbalancierte Bewegungen in allen Gangarten hängen also an diesem kleinen Knochen im Kopf.

 

 

Blockaden können viel leichter entstehen als sich so manch einer denkt. Sehr häufig durch Zügeleinwirkung bei erschrecken des Pferdes. Aber schon ein Stolpern, mit einem abrupten Absacken im Rumpf, erzeugt muskuläre Blockaden, welche sich durch feststellen des Zungenbeins manifestieren.

Ist dies der Fall kommt es zu kleinen bis starken Störungen der Biomechanik.

Stolpern, schlechte Koordination oder Balanceschwierigkeiten können ein Anzeichen für ein Blockiertes Zungenbein sein.

Dies heißt jetzt nicht, dass Gebiss-loses Reiten eine Lösung ist. Vielmehr kann auch das Einlegen eines Gebisses die Zungendynamik so anregen, dass sich die ein oder andere leichte Blockade von selbst wieder löst. Wie ein Gebiss wirkt ist weniger vom Gebiss abhänig als von der Reiterhand, die es einsetzt.

 

Auch die jährliche Zahnkontrolle und Behandlung hat mitunter eine enorme Auswirkung auf das Zungenbein.

 

Weitere Anzeichen für ein blockiertes Zugenbein können sein, wenn das Pferd koppt, extrem viel gähnt, sehr unbeweglich (still) im Maul ist oder eben Zahnprobleme hat.

 

 

Hier braucht es eine/n Fachfrau/mann, die die entsprechende Muskulatur lockert und diesen filigranen Knochen wieder löst.

Ich persönlich empfehle deswegen nach jeder Zahnbehandlung eine Physio Sitzung in Kombination mit Akupunktur um auch das Sedativum direkt wieder gut auszuleiten.